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am 3. September

Der Park, den alle kennen

Marita Gasteiger - Der Lotte-Lenya-Park: Aufenthaltsort, Durchzugsweg, Frischluftschneise; Es gibt diese Orte, die alle kennen, und niemand weiß so wirklich, wie sie heißen oder umgekehrt, wenn sie danach gefragt werden, wo sie liegen. Ein solcher Ort ist der Lotte-Lenya-Park am Lotte-Lenya-Platz an der Ecke Hütteldorfer Straße und Leyserstraße.

Lenya Park © Marita Gasteiger
Der Lotte-Lenya-Park: Aufenthaltsort, Durchzugsweg, Frischluftschneise

Zugegeben: Der ganze Platz könnte eine Behübschung vertragen, auch wenn die Bänke im Lenya-Park zumeist besetzt sind. Im Sommer ist es in der prallen Sonne so unerträglich heiß, dass die Wiesenblumen, die dort wild wachsen, trostlos vor sich hin dörren. Der Lotte-Lenya-Park ist eher ein Durchzugs- als ein Aufenthaltsort: Auf der einen Seite die 49er Bim, über Ameisgasse und Leyserstraße kreuzt sie die Buslinie 51A.

Grün, das keines ist

Was auf Google Maps eigentlich als grüne Fläche gekennzeichnet ist, ist in Wahrheit eine Art Verkehrsdreieck mit einigen wenigen Bäumen, einer etwas halbherzigen Wildblumenwiese, mehr Asphalt, einigen Bänken und auch einigen Parkplätzen. Kann, soll, will so ein Ort überhaupt etwas anderes sein?


Lenya-Park
Verkehrsdreieck mit einigen wenigen Bäumen, einer etwas halbherzigen Wildblumenwiese, mehr Asphalt, einigen Bänken und auch einigen Parkplätzen

Fakt ist, dass der Lenya-Park eine Lücke in der Frischluftschneise der Baum-Allee an der Hütteldorfer Straße darstellt. Diese Baum-Allee ist ein wichtiger Durchzug für die kühle Luft aus dem Wienerwald, die bis in den inneren Teil des Bezirks kommt – vorausgesetzt die Schneise funktioniert.

Entlang der Hütteldorfer Straße gibt es zwar wesentlich größere Lücken zu schließen, der Lenya-Park ist aber ein zentraler Ort mit dem Potential, die Umgebung abzukühlen: Südlich nur eine Straße weiter ist der Penzinger Friedhof, nordöstlich befindet sich auf dem Gebiet der Körner-Kaserne trotz der sich im Bau befindlichen Wohnhäuser viel Grün. Die Wiener Hitzekarte zeigt: Durch die dicht befahrenen Straßen rundherum bleibt nicht viel von der Kühle für die Umgebung. Ein Grund mehr aus der Hitzeinsel an der Kreuzung des Lenya-Platzes eine städtische Oase zu machen!

Geschichte einer Benennung

Der Lotte-Lenya-Park und der dazugehörige Platz heißen erst seit 2002 bzw. 2004 so.

Benannt sind sie nach der 1889 in Penzing geborenen Sängerin und Schauspielerin, die die Lieder von Brecht und Weill durch ihr unverwechselbares Timbre prägte. Lotte Lenya zog Ende der 1920er Jahre nach Berlin und floh letztendlich vor dem Nationalsozialismus in die USA. 1981 starb sie in New York.​