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am 31. Mai 2019

Grün wirkt: jetzt kommt die neue Goldschlagstraße

Kilian Stark - Bäume, Bänke und Brunnen sowie Straßenpflaster und Fassadenbegrünung werden die Straße schöner gestalten und im Sommer für Abkühlung sorgen. Von der Verkehrsberuhigung profitiert das ganze Grätzel. 62% der befragten AnrainerInnen sind für die Umgestaltung. Wir wollen die Umsetzung noch 2019.

Seit Jahren fordert nicht nur die Initiative Matznerviertel sondern auch die Grünen Penzing den Plan einer neu gestalteten Goldschlagstraße. Mit dem positiven Ergebnis der AnrainerInnen-Befragung steht der Umsetzung jetzt nichts mehr im Weg. Wir fordern keine weitere Verzögerung und die Umsetzung noch im Jahr 2019.

Was ist geplant:

Zwischen Missindorfstraße und Matznergasse soll nicht einfach nur die Straße saniert werden, sondern die Gelegenheit für eine umfassende Aufwertung genutzt werden.

GRÜN

Wir brauchen in Zukunft schattenspendende Bäume um den Aufenthalt im Freien auch an heißen Sommertagen erträglich zu machen. Doch Bäume wachsen langsam, je früher wir sie pflanzen, desto schneller profitieren wir von der kühlenden Wirkung. 

9 Bäume mit großzügigen Baumscheiben schließen die Lücke vom Matznerpark zur bestehenden Allee bis zum Gürtel. Mehrere Fassaden werden begrünt. Die Pflanzen beschatten, reinigen die Luft von Staub und Keimen, kühlen die Umgebung, reduzieren Straßenlärm, bieten vielen Lebewesen Lebensraum, binden CO2 und produzieren Sauerstoff. So wird die Straße nicht nur schöner und lebenswerter, wir handeln auch lokal aktiv gegen den Klimawandel.

Wasser

Mindestens ein Brunnen wird nicht nur ein kleiner Treffpunkt im Grätzel sein. Hier können sich Mensch und Tier erfrischen, das verdunstende Wasser kühlt zudem die Umgebung. Zusätzlich soll im Zuge der Fassadenbegrünung jede Gelegenheit genutzt werden um Regenwasser in den Boden statt in den Kanal zu leiten und so für natürliche Bewässerung - und in Folge für Kühlung durch Verdunstung - zu sorgen.

Begegnung und Verkehrsberuhigung 

Zwischendem Wirtschaftspark Breitensee und dem Matznerpark wird die Goldschlagstraße zur  Begegnungszone umgestaltet. Durch niveaugleiche Pflasterung, Straßenmöblierung und eine Fahrbahnverschwenkung wird der Verkehr beruhigt. Der Schleichweg zur Vermeidung der Ampeln auf der Linzer Straße wird unterbunden. Von der Verkehrsberuhigung profitiert das ganze Grätzel.
Der von GegnerInnen gern propagierte „Verdrängungseffekt“ in die umliegenden Straßen wurde bei ähnlichen Projekten nicht festgestellt. Sitzgelegenheiten im ganzen Grätzel laden zum Verweilen ein und vermeiden „Lärm-Hotspots“ um die AnrainerInnen mit straßenseitigen Fenstern zu schonen. 


Die Goldschlagstraße im Frühjar 2018
Die neue Goldschlagstraße

Wie kam das Projekt zustande 

Bereits vor der letzten Gemeinderatswahl bildete sich die Initiative Matznerviertel. Sie wurde 2014 mit dem ELLA-Preis der Lokalen Agenda ausgezeichnet und erstellte unter breiter Beteiligung der Nachbarschaft ein Leitbild für das Grätzel. Dieses Leitbild wurde dem Bezirk übergeben und eine Überprüfung der Machbarkeit durch den Bezirk zugesagt. 2017 ließ der Bezirk (eine Mehrheit bildeten hier SPÖ, ÖVP und FPÖ) den westlichsten Teil der Goldschlagstraße sanieren ohne dabei die im Leitbild geforderten Maßnahmen sowie die im Flächenwidmungsplan verordnete doppelreihige Allee zu setzen. Deshalb haben wir in diesem Straßenabschnitt statt einer Allee mit mindestens 20 Bäumen eine Asphaltwüste. 

Befürchtungen, dass es dem Rest der Goldschlagstraße genauso ergehen würde wurden in der Bevölkerung laut. Das Matznerviertel setzte darauf hin noch einmal nach und erstellte auf Basis des Entwicklungsplans Öffentlicher Raum Penzing im Sommer 2018 ein Ideenkonzept für Verbesserungen im Grätzel und stellte es der Politik zur Diskussion. Das griff Rüdiger Maresch, Grüner Verkehrssprecher im Rathaus, auf und brachte den Verkehrssprecher der SPÖ Penzing, VertreterInnen der Initiative Matznerviertel, PlanerInnen des Magistrats und die Grünen Penzing an einen Tisch. Gemeinsam wurde ein Kompromissvorschlag für die neue Goldschlagstraße erstellt. Die Grünen machten ihre Zustimmung zum nächsten Bezirksbudget von der Begrünung und Verkehrsberuhigung der Goldschlagstraße abhängig, die SPÖ willigte ein.

Im März 2019 sollte schließlich der Plan in der Verkehrskommission beschlossen werden. Überraschend kündigte die SPÖ eine AnrainerInnenbefragung an. Die Bezirksvorsteherin wollte mittels eines erläuternden Briefes und einer Planskizze die AnrainerInnen im Umfeld befragen. 

Die Grünen und die die Initiative Matznerviertel wollten eine weitergehende BürgerInnenbeteiligung und mehr Information für die AnrainerInnen: Gemeinsam wurden Visualisierungen, sogenannte „Renderings“ erstellt, da das Planlesen für Laien eine große Hürde für die Verständlichkeit bzw. Transparenz des Projektes ist. Die Initiative organisierte zwei Infoveranstaltungen, verteilte Infomaterial, die Grünen gingen auf Hausbesuche im Grätzel und informierten BürgerInnen im persönlichen Gespräch. So konnten noch etliche Verbesserungsvorschläge aufgenommen werden und die AnrainerInnen gut informiert ihre persönliche Meinung abgeben. 

Am Ende waren 62% der gültigen Antwortkarten für eine Umgestaltung. Am 29.5. beschloss die Verkehrskommission Penzing mit Stimmen der Grünen, der SPÖ und der ÖVP die Umsetzung. Die FPÖ stellte sich interessanterweise gegen das direktdemokratische AnrainerInnenvotum, direkte Demokratie ist nur gefragt, wenn sie auch für die Blauen einen Vorteil bringt. NEOS ist nicht in der Kommission vertreten. Nun erwarten wir ungeduldig und voller Vorfreude einen Zeitplan für den Umbau.