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am 10. Juni

Neue Schule – neue Wege? Fehlanzeige!

Marita Gasteiger - Im Herbst 2022 soll der Schulcampus in der Deutschordenstraße eröffnet werden. 1123 Kinder werden dort die Schule, Musikschule oder den Kindergarten besuchen. Dazu kommen die Lehrer*innen und das Schulpersonal. Doch trotz dieser Größenordnung gibt es noch immer kein umfassendes Konzept, wie Schüler*innen und Schulpersonal sicher und nachhaltig dorthin kommen -

- Wir haben konkrete Forderungen für einen sicheren und nachhaltigen Schulweg!
Anneliese Kästner-Hejda, Julia Malle und Kilian Stark
vlnr Klubobfrau Anneliese Kästner-Hejda, GRin und Bildungssprecherin Julia Malle, GR und Mobilitätssprecher Kilian Stark

Wenn die öffentliche Hand, in diesem Fall auch der Bezirk Penzing, einen Schulcampus in dieser Größenordnung plant, ist eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der Anbindung des Komplexes mehr als angebracht. Bei der Planung des neuen Schulcampus in der Deutschordenstraße beweist die Bezirksvorstehung aber erstaunliche Unkenntnis über genau diesen Zusammenhang. Noch immer sind zahllose Fragen zur Anbindung offen, Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel liegen entweder weit entfernt oder haben keine angemessene Taktung. Radwege und breite Fußwege gibt es kaum. Dabei ist es mittlerweile bekannt, dass Menschen jeglicher Altersgruppe gerne bereit sind, nachhaltige Formen der Mobilität zu nützen – vorausgesetzt diese sind sicher, komfortabel und zuverlässig.​​



Vorschläge der Grünen Penzing

Wir Grüne haben unsere Forderungen mehrfach bei der Bezirksvorstehung deponiert. Es ist uns ein Anliegen, dass der Lern-, Arbeits- und oftmals auch Aufenthaltsort für Schüler*innen, Lehrer*innen und Schulpersonal nachhaltig und sicher erreichbar ist. Unsere Forderungen:

Die Grünen Penzing vor der Baustelle des Bildungscampus
Die Grünen Penzing vor der Baustelle des Bildungscampus
  • Es braucht einen baulich getrennten Radweg auf der Deutschordenstraße in beide Fahrtrichtungen und eine entsprechende Verbindung zum Wienflussweg (ein Mehrzweckstreifen ist für Kinder bis 14 viel zu gefährlich!).
  • Unumgänglich – für eine Verbindung nach Baumgarten und zum Wienflussweg – ist die Öffnung der Hackinger Straße für das Radfahren gegen die Einbahn, sofern keine neue und sichere Verbindung direkt am Bahndamm errichtet werden kann und auch keine neue Rampe zum Wienflussweg auf Höhe der Deutschordenstraße errichtet wird.
  • Eine sichere Verbindung vom Bahnhof Hütteldorf zum Campus muss hergestellt werden, denn auch die Unterführung in der Deutschordenstraße ist viel zu schmal und zu schlecht ausgeleuchtet. Auch hier gibt es entlang der Keißlergasse nur einen Mehrzweckstreifen für Radfahrer*innen.
  • Die Erreichbarkeit durch die öffentlichen Verkehrsmittel muss umgehend überdacht werden! Eine Taktverdichtung der Buslinie 47B wird nicht ausreichen, um einen Campus in dieser Größenordnung gut anzubinden.
  • In der Hochsatzengasse gilt zwar ein 30er, es gibt auch eine Temposchwelle im nördlichen Bereich, aber ohne einen sicheren Radweg in beide Richtungen ist das kein empfehlenswerter Weg für nichtmotorisierte Nutzer*innen. Vor allem das Stück unterhalb der Bahn bis zur Hadikgasse, und somit zum Wienflussweg, ist weder für Fußgänger*innen noch für Radfahrende sicher. Der schmale Radweg führt lediglich vom Wiental nach Norden – nach Süden jedoch, in Richtung Wiental und U4-Station, gibt es keine Radverbindung.​
Erreichbarkeit Bildungscampus Deutschordenstraße
Erreichbarkeit Bildungscampus Deutschordenstraße

Lösungsvorschläge in Grau

Die bisherigen Vorschläge vonseiten der Bezirksvorstehung sind an Absurditäten schwer zu überbieten. In der Deutschordenstraße Richtung Linzer Straße wird beispielsweise angedacht, einen gemeinsamen Fuß- und Radweg zu errichten – allerdings auf Kosten des dortigen Grünstreifens. Gleichzeitig stehen auf dieser Strecke (nach Norden als Einbahn geführt) insgesamt drei Spuren motorisierten KFZ-Fahrzeugen zur Verfügung: eine Fahrspur und zwei Parkstreifen. Der Weg ist derzeit mit dem Fahrrad bereits extrem gefährlich, nicht nur für Kinder.

Wir Grüne wollen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene sicher und ökologisch nachhaltig in den Kindergarten, zur Schule oder zur Arbeit kommen. Es reicht nicht, einen Campus einfach irgendwo hinzupflanzen und Schüler*innen und Schulpersonal auszurichten, sie sollen zu Fuß kommen. Für ein Projekt dieser Größenordnung braucht es die entsprechende Infrastruktur, ein umfassendes, klimagerechtes Verkehrskonzept sowie Maßnahmen, die den öffentlichen Raum sicherer machen. Für den neuen Schulcampus gibt es bis dato nichts davon. All das werden wir Grüne Penzing weiter einfordern und unsere Ideen und Vorschläge einbringen!