Parkpickerl-Ausnahme rächt sich

WOLFERSBERG

Wienweit gilt seit Anfang März das Parkpickerl – doch einige Gebiete sind davon ausgenommen. In Penzing betrifft das den Wolfersberg. Hier zeigt sich schon jetzt: Das war ein Riesenfehler!

Denn die dort ansässigen Menschen finden nun noch schwerer einen Parkplatz. Besonders auf den Hauptrouten, also entlang der Buslinien, war die Parkplatzsuche schon länger ein Problem. Aber seit rund um den Wolfersberg und den Bierhäuslberg die Kurzparkzone flächendeckend eingeführt sind, hat der Verdrängungseffekt auch darüber hinaus massiv zugenommen – bis in die entlegensten Gassen.

Wir sehen, dass es nicht zielführend war, diese Ausnahme zu fordern und umzusetzen, nun leiden die Anwohner:innen unter dem Parkplatzdruck, verursacht durch Pendler:innen oder auch geparkten Zweitwägen von Menschen aus dem Bezirk, die kein Anrecht auf ein zweites Parkpickerl und auch keine Garage haben (s. Wohnmobile u.ä.).

Weniger Populismus und mehr vorausschauendes Agieren der Entscheidungsträger:innen hätten diese Ausnahme verhindert und den Leuten ihren Frieden gelassen. Das Gespenst der „gelben Linie“, also des Parkverbots, ist aus der Geisterbahn geliehen, um die Menschen um ihren Parkplatz zittern zu lassen. Zu Unrecht, denn die neue Verkehrsstudie Wolfersberg zeigt zwar, dass viele Parkplätze tatsächlich derzeit illegal sind, es aber Möglichkeiten gibt, die meisten davon zu legalisieren.

Ohne die „Fremdparker:innen“ mit Einführung einer wirklich flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung wäre das Problem wohl fast gelöst, legale Parkplätze inklusive. Parkplatzgarantien gibt es zwar nicht. Die gibt es nirgendwo, aber eine deutliche Entlastung hätte die Kurzparkzone bewirkt. Wir sehen es in anderen Bezirken wie Liesing und Hietzing, Simmering und in Transdanubien.

Wäre es nach uns gegangen, hätten temporär aufgestellte Baustellenschilder mit „Ende der Kurzparkzone“ rund um den Wolfersberg gereicht. Denn egal, wie jemand zur Parkraumbewirtschaftung steht, sie ist langfristig unumgänglich.

Wir wünschen uns, dass die regierende SPÖ (und auch die gegen das Parkpickerl agitierende ÖVP) zur Einsicht kommt und den Wolfersberg mit einem vernünftigen Verkehrskonzept inklusive Parkraumbewirtschaftung ausstattet, das Radfahrenden, Zu-Fuß-Gehenden und auch Autofahrer:innen ihren Platz gönnt.

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