Sicherheit für Kinder – Bilanz Platz für Penzing II

Sicherheit für Kinder - Rendering Märzstraße - mehr Grün

Sichere Mobilität für Kinder

Im Sommer 2020 haben die Aktivist:innen der Plattform „Platz für Wien“ ihre umfassenden und fundierten Forderungen für eine zukunftsorientierte und klimagerechte Stadt eingereicht – mit fast 60.000 Unterschriften! Ein Thema war Sicherheit für Kinder. Aufgefordert vom Petitionsausschuss der Stadt Wien nahmen alle Bezirksvorsteher:innen zu den Forderungen Stellung, manche mit mehr, manche mit weniger Einsatz. Negativ aufgefallen sind dabei die Bezirksvorsteher:innen der Bezirke 2, 10, 12, 20, 22 und – richtig – 14: Sie – alle SPÖ – hatten auf die Petition mit identen Floskeln und leeren Phrasen​ geantwortet.

Die Bitte von „Platz für Wien“,​ noch einmal Stellung zu nehmen, blieb bis heute unbeantwortet. Daher haben wir Grüne Penzing im Zuge unseres Anfragerechts in der Bezirksvertretungssitzung im September 2021​ noch einmal nachgefragt.

Hier gibt es den zweiten Teil unserer Bilanz – basierend auf den Antworten der Bezirksvorsteherin auf unsere Anfragen zur Stellungnahme zur Petition. Du willst den ersten Teil noch einmal nachlesen? Dann lies hier rein: „Attraktive Straßen zum Gehen und Verweilen​“.​

Forderung 6 von „Platz für Wien“​

350 autofreie Plätze vor Schulen einrichten

Zu dieser Forderung schreibt die Bezirksvorsteherin in ihrer Stellungnahme:

„Auch hier gibt es bereits zahlreiche Beispiele aus Penzing, wie zum Beispiel die abgeschlossene Planung der Vergrößerung des Reinlparks in Richtung Goldschlagstraße, bzw. die Vorplätze der Schulen in der Märzstraße bzw. Muthsamgasse (Spallartgasse).“​

In unserer Anfrage dazu wollten wir wissen:
Davon ausgehend, dass – laut Schulführer der Bildungsdirektion Wien – 4,5% der Wiener Schulen in Penzing sind, bedeutet das auf die Forderung bezogen 15 autofreie Schulvorplätze. Wieviele und welche Schulvorplätze sind derzeit schon autofrei nach den Kriterien der Petition​? Wo schaffen wir Sicherheit für Kinder?
Wieviele und welche Schulvorplätze sollen bis 2030 in Penzing autofrei werden ebenfalls nach den Kriterien von „Platz für Penzing“?​

In ihrer Antwort verweist die Bezirksvorsteherin auf die Beispiele in der Stellungnahme. Mal abgesehen davon, dass die Umgestaltungspläne in der Spallartgasse nun wirklich nicht den Kriterien von Verkehrssicherheit und sicherer Mobilität für Kinder entsprechen, ist ein weiterer autofreier Schulvorplatz vor der Mittelschule in der Meiselstraße in Planung. Was das Jahrzehnt (oder zumindest die Zeit bis zur nächsten Wahl) sonst noch so bringt? Die Wege der Penzinger Bezirksvorsteherin sind (wie die unkonkreten Antworten) unergründlich. Sonderlich ambitioniert erscheinen sie nach aktuellem Stand nicht.​

Forderung 7 von „Platz für Wien“:

Auf 800km Straßen maximal Tempo 30 verordnen

Die Bezirksvorsteherin schreibt in ihrer Stellungnahme zu dem Thema:

„In Penzing sind mit Ausnahme der Ausfahrtsstraßen bereits alle Straßen zu Tempo-30-Zonen umgewandelt worden.“​

Das überrascht – daher haben wir nachgefragt:
Welche Ausfahrtsstraßen sind damit gemeint (Bitte um Aufzählung)?
Wieviele Kilometer der gesamten Straßenläng in Penzing sind Tempo-30-Strecken?​

Die Antwort ist aufschlussreich: Mit Ausfahrtsstraßen sind offenbar Hauptverkehrsstraßen gemeint. In Penzing seien alle Straßen (mit Ausnahme eben jener Hauptverkehrsstraßen) Tempo-30-Zonen. Insgesamt bedeutet das bei 192,5km Straßennetz im Bezirk 143km mit Tempo 30 sowie 1,3km lineare Tempo-30-Strecken. Das heißt nicht, dass es keinen Handlungsbedarf gäbe: Auch an Hauptverkehrsstraßen liegen Schulen, auch dort leben Menschen. Eine Verkehrsreduktion, um Lärm und CO2-Ausstoß zu verringern und Unfälle zu vermeiden, muss überall das Ziel sein – das hat auch der tödliche Unfall im November an der Kreuzung Hüttelbergstraße-Bujattigasse gezeigt. Seit Jahren beantragen wir Grüne wiederholt eine 30er Zone auf der Hüttelbergstraße – dort wird generell zu schnell gefahren. Zuletzt wurde der Antrag im Februar 2021 von der SPÖ Penzing abgelehnt.​

Forderung 8 von „Platz für Wien“

800 zusätzliche Fahrradkurse für Kinder anbieten​

Zu dieser Forderung heißt es in der Stellungnahme der Bezirksvorsteherin:

„Das Programm mit dem Titel „Die Stadt & Du“ stellt derzeit Radkurse für rund 150 Wiener Volksschulklassen zur Verfügung. Eine schrittweise Ausweitung in den kommenden Jahren ist geplant“.​

Hier haben wir nachgefragt:

Wieviele Volksschulklassen in Penzing haben bisher nach Jahren sortiert von dem Programm profitiert? Wo sind Kinder sicher?
Gibt es in Penzing weitere Angebote an Fahrradkursen für Volksschüler*innen? Wenn ja welche? Entstehen Kosten für die Teilnehmer*innen? Wenn ja, in welchem Ausmaß?
Plant die Bezirksvorsteherin selbst Initiativen in dem Bereich zu setzen? Wenn ja welche und in welchem Ausmaß?​

Laut Antwort auf unsere Anfrage haben seit September 2019 rund 1390 Kinder am Programm „Die Stadt & Du“ teilnehmen konnten. Das Programm besteht aus einer der zur Auswahl stehenden Boxen: der „Schulweg-Box“, der „Grätzl-Box“ sowie der „Fahrrad-Box“, die jeweils von der Mobilitätsagentur​ zusammengestellt wurden. Andere Angebote scheint es derzeit nicht zu geben – sehr wohl aber gab es im September den ersten Penzinger Radnachmittag am Schulvorplatz in der Märzstraße 178.

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