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am 23. September 2020

Kinder oder Blech? Sicherere Schulwege in Penzing!

Marita Gasteiger - Der Vorplatz vor der Schule in der Märzstraße ist schon länger in Umplanung. Die Bezirksvorstehung Penzing hat die Straße nun abgeriegelt. Betonwände verhindern zwar kurzfristig, dass Kinder direkt am Zebrastreifen angefahren werden. Von einer ausgewogenen und nachhaltigen Platzaufteilung kann aber keine Rede sein.

Schulvorplatz vorher
Vorher

Schulvorplätze sollen sicher sein. Sie sind der letzte Teil des Schulweges vieler Kinder – vor allem jüngerer Kinder, wenn es um Volksschulen wie in der Märzstraße geht.

Grundsätzlich hat und hatte dagegen auch die SPÖ-Bezirksvorstehung Penzing nichts einzuwenden – die Umgestaltung des Vorplatzes in der Märzstraße wurde in die Wege geleitet. Autofrei, grün, ein Platz, an dem Kinder gut und gern ihre Zeit verbringen – das erhofften jedenfalls wir Grüne Penzing uns. Doch die Prioritätenliste der Bezirksvorstehung sieht anders aus.

Schulvorplatz nachher
Nachher

Das Warten auf die Umsetzung

Mit dem Schulbeginn im September 2020 stellte die Bezirksvorstehung Penzing erstmal vier Betonwände an die Außenseiten des Zebrastreifens. Der Vorteil: Direkt am Zebrastreifen wird so vermutlich niemand mehr so schnell angefahren. Der Nachteil: Für Radfahrer*innen stören die Barrieren den Fahrfluss enorm, Motorräder fahren trotzdem durch, der Vorplatz ist genau das Gegenteil von autofrei: Autos müssen einfach auf halber Strecke wieder umdrehen, was zu Wartezeiten nicht nur für sie, sondern auch für viele andere Verkehrsteilnehmer*innen führt. Und die Platzaufteilung? Während Kinder zwischen den Betonwänden zur Schule gehen müssen, dröhnt die Blechlawine zu beiden Seiten und kann sich gar nicht vom Fleck bewegen.

Sicherere Schulwege in Penzing: Platz für Kinder oder Blech?

Der Vorplatz vor der Schule in der Märzstraße ist schon länger in Umplanung. Die Bezirksvorstehung Penzing hat die Straße nun abgeriegelt. Betonwände verhindern zwar kurzfristig, dass Kinder direkt am Zebrastreifen …

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Wir Grüne Penzing wollen den Schulvorplatz autofrei gestalten und massiv begrünen: Es bietet sich an, den Matznerpark zu erweitern. Ein Schulvorplatz muss praktikabel und sicher sein. Autofreie Schulvorplätze fordern wir schon lange, nicht nur in Penzing, sondern in ganz Wien. Im Falle des Schulvorplatzes in der Märzstraße könnte das so aussehen:

Das Mobilitätskonzept der Stadt Wien

Wenn es nach den Grünen ginge, sähe das Mobilitätskonzept der Stadt Wien genau das vor: Autofreie Schulvorplätze für ganz Wien, sichere Schulwege für alle. Doch das ging dem Koalitionspartner SPÖ zu weit. Am Ende war selbst der Kompromiss zu viel, dass 10% der Schulvorplätze in ganz Wien (!) autofrei werden sollten. „Das glaubt man ja kaum: Am Ende ist ein riesiges Mobilitätskonzept daran gescheitert, dass wir sagen, wir wollen sichere Schulwege für Kinder“, ist auch David Ellensohn, Klubobmann und Bildungssprecher der Grünen im Wiener Gemeinderat empört. Hier wiederholt sich die Geschichte: Halbe Lösungen, kein Schritt zu weit, bloß nicht zu groß denken. Das ist die Verkehrspolitik der SPÖ. Sicherheit und Platz für Kinder rangieren auf der Prioritätenliste wohl weiter unten.​