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am 13. Mai

Schulvorplatz Märzstraße – Platz für alle

Marita Gasteiger - Was schon 2018 als Grüner Antrag begann, nimmt langsam Gestalt an: Der Vorplatz der Offenen Volksschule Märzstraße wird zumindest zum Teil autofrei, wenn auch nicht in der Größenordnung, wie es der Grüne Vorschlag vorsieht. Mit an Bord sind die Schüler*innen der Schule – in einem Beteiligungsverfahren der Gebietsbetreuung.

Dass Schulvorplätze autofrei gestaltet gehören, gilt seit langem als Basis moderner städtischer Planung. Dies politisch umzusetzen scheitert noch viel zu oft am kleingeistigen Kalkül der Beton- und Blechfetischist*innen. Umso erfreulicher ist, dass die unfreundlichen Betonleitwände am Zebrastreifen vor der Offenen Volksschule in der Märzstraße bald der Vergangenheit angehören sollen: Unter der Leitung von Bezirksvorstehung und Gebietsbetreuung wird demnächst das Beteiligungsverfahren mit den Schüler*innen der Offenen Volksschule Märzstraße gestartet. Wie stellen sich Schüler*innen ihr Lernumfeld vor, wie kann Lernen im Freien in Zeiten der Klimakrise möglich sein? Welche Rolle spielt der anliegende Matznerpark dabei?​

Wenig Einschränkung für Autos heißt wenig Platz und wenig Sicherheit für Kinder

Wir Grüne haben in den vergangenen Jahren bereits mehrere Vorschläge unterbreitet, der dringendste darunter war der autofreie Schulvorplatz: Nachdem der Abschnitt vor der Volksschule Anfang 2020 zur Schulstraße wurde, forderten die Grünen die Ausweitung auf einen permanent autofreien Vorplatz. Wenn wir wollen, dass Kinder und Jugendliche mit nachhaltiger Mobilität – also zu Fuß oder mit dem Fahrrad – zur Schule gelangen können, müssen wir diese Wege sicher gestalten.

Märzstraße Rendering

Und wie wir wissen, ist die Einschränkung des Verkehrs die sinnvollste Methode, um das Unfallrisiko zu minimieren. 2020 forderten die Grünen Penzing in mehreren Anträgen die Begrünung des Vorplatzes und eine direkte Anbindung an den Matzner Park.

Die seit einem halben Jahr sehr unrühmlichen Betonleitwände zeigen, wo die Prioritäten bislang lagen: So wenig Einschränkungen wie möglich für KFZ und damit einhergehend leider: zu wenig Platz für Kinder und deren Sicherheit. Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto bis direkt vor die Schule, müssen dann ebendort in teils langwierigen Manövern wieder umdrehen, und das birgt ein großes Sicherheitsrisiko. Umgekehrt mussten die Betonleitwände zwischenzeitlich nicht nur immer wieder an den richtigen Platz geschoben sondern sogar erweitert werden: Ein LKW hatte offensichtlich einen der Klötze umgestoßen, außerdem fuhren Motorräder ungehindert durch die Absperrung.​​

Wie geht es weiter?

Anfang 2022 ist Baubeginn der Ganztagsvolksschule Dreyhausenstraße, das bedeutet neben der Bautätigkeit am Areal selbst auch eine Menge Grabungsarbeiten, auch bis hin zum Schulvorplatz in der Märzstraße. Danach gibt es grünes Licht für den Umbau in der Märzstraße.

Wir Grüne hoffen auf eine gute und zukunftsweisende Neuplanung des Vorplatzes. Selbstverständlich hätte das schon 2014 beim letzten Umbau des Vorplatzes mitgedacht werden können. Wurde es aber nicht, diese Chance wurde vertan, und so wurde bei einem an die Schule angrenzenden Neubau die Garageneinfahrt gleich neben der Schule geplant, was einen schönen großen grünen Schulvorplatz bis zur Ameisgasse für immer verhindert. Selbst ein später auf Gemeindeebene zu verhandelndes Mobilitätskonzept scheiterte unter anderem daran, dass die von den Grünen geforderte Zielsetzung, Schulvorplätze autofrei zu gestalten, von der SPÖ abgelehnt wurde. Nicht einmal 10 Prozent erschienen der selbsternannten Wienpartei ein gangbarer Kompromiss – das von vielen Abteilungen in einem langwierigen Prozess ausgearbeitete Konzept scheiterte.

Es obliegt also weiterhin – oder aufgrund der Betonkoalition auf Stadtebene (siehe Stadtautobahn) vor allem jetzt – den Grünen und grün motivierten Menschen in den Bezirken, Verkehrseinschränkungen zugunsten von Sicherheit, Klimaschutz und nachhaltiger Mobilität umzusetzen. Wir finden: Der Schulvorplatz Märzstraße ist ein erster, kleiner aber begrüßenswerter Schritt, der viel zu lange gedauert hat.​