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am 12. Dezember 2016

Chancengleichheit für Penzinger Mädchen und Jungen!

Markus Pilgerstorfer - Viele Frauen und Männer behaupten, dass beide Geschlechter mittlerweile gleichberechtigt sind. Obwohl es nach wie vor nicht dieselben Entfaltungschancen gibt. Viele Rollenklischees sind für uns einfach, so selbstverständlich, dass wir sie gar nicht wahrnehmen.

Kein Wunder, wurden wir ja selbst von ihnen seit unserer Kindheit geprägt. Die Weichen für mehr Chancengleichheit müssen daher bereits früh im Leben von Kindern und Jugendlichen gestellt werden.

EINE WOCHE IM ANDEREN „GESCHLECHT“

Liebe Leser_in, wir laden Sie zu einem Gedankenspiel ein. Stellen Sie sich vor, Sie wären sieben Tage lang im anderen Geschlecht. Denken Sie dabei an die gesellschaftlichen Erwartungen, denen Frauen und Männer gegenüber stehen. Wie würde ihr Alltag aussehen? Was machen Sie in der Freizeit? Welche Rolle übernehmen Sie in der Partner_innenschaft? Und was wären ihre Träume und Wünsche? In den Sprechblasen erfahren Sie wie zwei Interviewpartner_innen darüber denken.

ROLLENKLISCHEES IM ALLTAG

Kinder und Jugendliche werden nach wie vor alltäglich damit konfrontiert, was einen „richtigen Jungen“ und ein „richtiges Mädchen“ ausmacht. Beiden Geschlechtern werden Verhaltensweisen zugeschrieben und Gefühlswelten vorenthalten, u.a. durch Stereotype

  • Sprache (z. B. „ein Indianer kennt keinen Schmerz“, „Du stellst dich an wie ein Mädchen“)
  • Spiele und Erfahrungsräume (z.B. Bauecke für Buben/Basteln und Tanzen nur für Mädchen)
  • Bilder- und Unterrichtsbücher

WARUM DARF UNS DAS NICHT EGAL SEIN?

Kinder und Jugendliche lernen dadurch, dass Frauen eher kochen und Jungs mehr Sport betreiben, dass Mädchen eher hilfsbereiter sind und Jungs abenteuerlustiger u.v.m. Kurzum, es werden beiden Geschlechtern die selben Entfaltungschancen vorenthalten. Was auf lange Sicht dazu beiträgt, diskriminierende Strukturen aufrecht zu erhalten und sie weiter zu (re)produzieren, z.B.

  • Männer nehmen sich mehr Platz im öffentlichen Raum
  • Frauen arbeiten vermehrt in den schlechter bezahlten Sozialberufen
  • Männer erhalten weniger oft das Sorgerecht im Scheidungsfall
  • Frauen sind weniger häufig in Führungspositionen vertreten
  • Burschen gelten mittlerweile als Bildungsverlierer
  • usw.

GESCHLECHTSSENSIBLE PÄDAGOGIK

In vielen Schulen, Kindergärten, Jugendzentren usw. nimmt geschlechtssensible Pädagogik bereits einen großen Stellenwert ein und führt erfolgreich zu mehr Geschlechtergerechtigkeit. Diese Entwicklung ist unbedingt weiter voranzutreiben. Eine geschlechtssensible Pädagogik versucht auf Geschlechterklischees so weit wie möglich zu verzichten und weibliche wie auch männliche Kinder und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten des Mädchen- und Jungs-Seins zu ermöglichen. Damit sie sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln und ihr Recht auf gleichen Lohn, auf das gleiche Sorgerecht, auf die gleichen Ausbildungschancen usw. einfordern.

WAS FORDERN DIE GRÜNEN PENZING?

Der Bezirksrat Markus Pilgerstorfer stellte diesbezüglich bisher zwei Anträge, siehe Anhang. Erstens fordert er eine Arbeitsgruppe für die Gleichstellung von weiblichen und männlichen Kindern und Jugendlichen im Bezirk, um Ursachen und Lösungen für etwaige ungleiche Entfaltungschancen von Penzinger Mädchen und Burschen aufzudecken. Zweitens tritt Pilgerstorfer ebenfalls für die versuchsweise Einführung von Mädchenzeiten bei den Spielkäfigen im Reinlpark und im Matznerpark ein, weil Mädchen dort regelmäßig von den Burschen verdrängt werden. Dieses Anliegen wurde auch bereits von Jugendlichen selbst im Jugendparlament 2015 bzw. von Jugendvertreter_innen geäußert.

IHRE IDEEN SIND GEFRAGT!

Haben auch Sie Vorschläge, wie wir in Penzing die Chancengleichheit für Mädchen und Jungen erhöhen können?

Hätten Sie Interesse an der Mitarbeit bei der genannten Arbeitsgruppe?

Falls ja, kontaktieren Sie uns bitte unter markus.pilgerstorfer@gruene.at.