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am 25. März

Flugverkehr über Penzing

Stefan Mittermüller - Anfang des Jahres durften wir Jubelmeldungen in verschiedenen Zeitungen lesen, dass der Flughafen Wien 2018 10% mehr Passagiere hatte. Wie kann so etwas in Zeiten der Klimakrise eine Jubelmeldung sein?

Kein Verkehrsmittel stößt so effizient CO2 aus wie das Flugzeug. Mit einem Flug von wenigen Stunden schafft man locker die Wirkung einiger Jahre Pendeln mit dem Auto.
Je weiter - desto mehr CO2: Wien Kreta und zurück etwa 1t  CO2/Kopf
Wien Hurghada und zurück etwa 1,5t
(entspricht 8.000 km – 9.000km mit Auto)
 
Bitte für weitere Fernreisen und Häufigkeit multiplizieren!​​

Grafik Flugverkehrsemisionen
Grafik: VCÖ

Ein durchschnittlicher Österreicher emittiert etwa 9t CO2 (noch ohne Fernreisen), ein durchschnittlicher Erdenbürger sollte nicht mehr als 2,7t CO2 emittieren, was ein ganz besonders bewusst lebender Österreicher vielleicht knapp schaffen kann – aber nur ohne Flugreisen.​



Fluglärm

Über Penzing und allen anderen Wiener Bezirken Richtung Simmering und Schwechat, haben von 2017 auf 2018 die Landeanflüge um 73 % zugenommen (bei etwa 10% Wachstum des Flugverkehrs).
Die Anflüge über Wien hängen stark, aber nicht nur vom Wind ab, Flugzeuge werden prinzipiell gegen den Wind gelandet. Dabei gibt es aber viel Spielraum, der zum Wohl sehr vieler Menschen genützt werden kann oder eben nicht.
Waren im Jahr 1991 nur 3.288 Flugzeuge quer über Wien unterwegs, waren es 2018 18.965 laut offizieller Zählung.
Am 11. Juni 2018 wurde in „Wien heute“ über den stark gestiegenen Fluglärm in Wien berichtet, im Juli war daraufhin ein wenig Zurückhaltung spürbar.
Am 12. Dezember 2019 haben die Grünen Penzing einen Resolutionsantrag eingebracht, um mit einigen wenigen Maßnahmen Fluglärm in Wien (mit 2 oder 3 Pisten) drastisch zu reduzieren und werden demnächst einen Mehrparteienantrag dazu versuchen, der dann hoffentlich auch eine Mehrheit findet.


Dritte Piste

Am 18.3.2019 hat der Verwaltungsgerichtshof Einsprüche von Pistengegnern abgelehnt und deren Rechtsweg innerhalb Österreichs damit beendet. Begründet wird das damit, dass CO2 nicht von der Piste selbst, sondern von den Fluglinien verursacht wird, und damit, dass Einsprüche zu Fluglärm nicht geltend gemacht werden können, da Flugrouten nicht Teil der UVP waren. Außerdem wäre für Landeanflüge auf die neue Piste ohnehin „curved approach“ vorgesehen.
Wie auch immer, wenn Flugrouten nicht Teil der UVP sind, ist alles was künftigen Fluglärm betrifft Spekulation. Was Wien wirklich helfen würde, wäre „curved approach“ auch auf die bestehende Piste 11 so wie z.B. beim „canarsie approach“ am New Yorker JFK. Bisher wurde das für Wien abgelehnt.    
Wir werden dran bleiben, beobachten und bei erneuten Auffälligkeiten wie z.B. bisher noch nie notwendige Landeanflüge wegen Schneeräumung (am 7.1. 22:30-23:30 bei nahezu Windstille) wieder an die Verantwortlichen appellieren.​​