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am 30. Jänner

Steter Tropfen höhlt den Stein - Radfahren in der Felbigergasse

Marita Gasteiger - „Nein, das geht nicht.“ Wer in Penzing gegen die Einbahn Fahrradfahren möchte – oder es ermöglichen möchte – ist sehr häufig mit dieser Aussage konfrontiert, damals wie heute. Dabei sind Verbesserungen in der Fahrradinfrastruktur dringend notwendig und mehr als gewünscht. Hartnäckig dran geblieben ist der ehemalige Klubobmann der Grünen Penzing, Kilian Stark. Heute sitzt er im Gemeinderat.

„Die zuständige Stadträtin […] Maria Vassilakou wird ersucht…“, der Antrag aus 2016 liest sich schon fünf Jahre später fast ein bisschen wie ein Zeitzeugnis. Damals gab es noch eine rot-grüne Koalition im Rathaus aber keine radfahrende Bezirksvorsteherin in Penzing. Radfahren gegen die Einbahn in der Felbigergasse? Nein, das geht nicht, hieß es damals. Der Antrag scheiterte in der Verkehrskommission. Dabei ist die Gasse die logische Verlängerung der Radroute Märzstraße weiter in den Westen und die einzige Ost-West-Verbindung zwischen Hütteldorfer und Linzer Straße. „Die jetzige Einbahnregelung führt zu großen, steilen Umwegen für Anrainer*innen, welche speziell mit dem Fahrrad anstrengend und abschreckend sind“, führte Kilian Stark in seinem damaligen Antrag aus.​​

Fünf Jahre später

Einige Jahre später gibt es zwar keine rot-grüne Koalition im Rathaus mehr, dafür eine radfahrende Bezirskvorsteherin, die erkannt hat, dass die SPÖ in Sachen Fahrradmobilität und Klimaschutz durchaus an ihrem Image feilen muss. Was eignet sich dazu besser als alte Anträge der Grünen Penzing aus dem Hut zu zaubern und Schritt für Schritt umzusetzen?

Seit Dezember ist Radfahren gegen die Einbahn in der Felbigergasse endlich möglich, viele Umwege sind für Radfahrer*innen obsolet geworden, eine komfortable Ost-West-Verbindung besteht endlich in beide Richtungen. „Damit erweitern wir das Radnetz in Penzing von der Ameisgasse stadtauswärts um 1,1km. Wer sich zwischen den Schienen unwohl fühlt hat nun die Möglichkeit auszuweichen.“, sagt heute auch Kilian Stark. Die Grünen Penzing freuen sich natürlich, wenn Klimaschutz und Radinfrastruktur im Bezirk endlich zum Thema werden und Fortschritte gelingen. Ob es für die SPÖ eine kleine Imagepolitur oder ein ernst gemeintes Anliegen ist, wird sich aber erst dann zeigen, wenn es um die großen Projekte geht, die auch eine entsprechende Finanzierung fordern.

Fahrradfahren während der Pandemie

„Wir werden jedenfalls weiter dranbleiben, Penzing muss fahrradgerechter werden – auf allen Routen!“, betont der neue Gemeinderat Kilian Stark. Die Zahl der fahrradfahrenden Wiener*innen hat im vergangen Jahr stark zugenommen – um ganze 12%. Zurückzuführen ist das sicherlich zum Teil auf Initiativen der damaligen Verkehrsstadträtin Birgit Hebein, die mit vielfältigen und flexiblen Lösungsansätzen auf die Umstände der Pandemie reagiert hat: Wenn es in den öffentlichen Verkehrsmitteln eng wird, nutzen die Menschen eben das Fahrrad als Alternative. Die Pandemie hat also bewiesen: Die Nachfrage nach fahrradfreundlicher Infrastruktur ist da – in Penzing und in ganz Wien. Wir hoffen es dauert keine weitere 4 Jahre bis der Dauer-Nachrang entlang der Fahrradrouten abgeschafft und ein echter Radweg nach Hütteldorf oder gar an den Stadtrand führt.​