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am 7. November

Vorsicht vor versteckter Tierquälerei hinter dem Martiniganslbraten!

Ralph Chaloupek - Wie jedes Jahr findet auch heuer um den 11. November traditionell das Martinifest und als sein kulinarischer Ableger das „Martiniganslessen“ statt. Während heimische Supermärkte sich vom Verkauf von tierquälerischem Stopfgänsefleisch verabschiedet haben, bleibt dieses „Abfallprodukt“ der grausamen Gänsestopfmast meistunbemerkt die Grundlage vieler „Ganslessen“ in der Gastronomie.

Die ehemals "glückliche" Freiland-Gans vom Nachbarbauern kommt ja schon seit langem nicht mehr auf den Teller. Es gibt zwar in Österreich praktisch keine Massentierhaltungen von Gänsen, wie man sie von anderen Tierarten kennt.
Doch nur ein Bruchteil des Bedarfs österreichischer KonsumentInnen kann von heimischen Betrieben gedeckt werden. Der Rest wird importiert, zumeist aus Frankreich, Ungarn, Bulgarien, oder Polen. Und dort sind die Gänse noch wesentlich weniger durch Tierschutzgesetze und Haltungspraxis geschützt, als hier zu Lande.
 
Brutale Behandlungsmethoden wie das Lebendrupfen zur Daunengewinnung oder das Stopfen zur Gänsestopflebergewinnung und die Haltung in Käfigbatterien sind hier an der Tagesordnung.
 
Bis zu 90 Prozent des Fleisches der Gänse und Enten, die bei der „foie-gras“-Gewinnung, also bei der Produktion der berüchtigten Gänsestopfleber, anfallen, werden nach Österreich und nach Deutschland exportiert. Hier landen sie dann häufig als „Martinigansl“ auf den Tellern der Gastronomie.
 
Den Abnehmern der unter Hochdruck geschwürartig hochgemästeten Stopflebern – v.a. Frankreich und Japan – ist das zurückbleibende, ebenfalls verfettete Fleisch zu minderwertig – tonnenweise wird es zu Billigpreisen an österreichische Gastronomen verscherbelt.
 
Durch dieses Preisdumping wird es für Produzenten mit vergleichsweise tierfreundlichen Produktionsmethoden zunehmend schwierig, sich am Markt gegen diese tierverachtende „Schmutzkonkurrenz“ zu behaupten.


Eine allgemeine Verschlechterung der Produktionsstandards ist zu befürchten, wenn weiterhin schwache Tierschutzgesetze und katastrophale Haltungsmethoden anderer EU-Länder sowie skrupellose heimische Fleisch-Großhändler das bisher in Österreich im Geflügelschutz erreichte unterminieren.
 
Ralph Chaloupek, Bezirksrat der Grünen Penzing, kritisiert aus Anlass der beginnenden „Martiniganslzeit“ vehement die mangelnde Herkunftskennzeichnung bei Fleischspeisen in der Gastronomie – insbesondere bei Gänse- und Geflügelfleisch, wo durch mangelnde Deklaration dieser Tage fast flächendeckend eine Art subtiler „Etikettenschwindel“ über die Bühne geht. Denn wer erwartet hinter seinem Ganslbraten schon die Überreste einer zu Tode geschundenen Stopflebergans?
 
„Wir appellieren an die Mündigkeit der KonsumentInnen, sich nach der Herkunft des Fleisches und der Haltungsform der Tiere zu erkundigen und möchten in Erinnerung rufen, dass auch mit artgerecht gehaltenen Gänsen oder auch mit vegetarischen Köstlichkeiten rundum kulinarisch gelungene Martini-Festtage ein Leichtes sind.“, so der Penzinger Bezirksrat Chaloupek.