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am 21. Oktober 2019

Aktuelle Information zu den Fällungen am Otto Wagner Areal:

Kilian Stark - Mitte Oktober erreichten uns Anfragen, was es mit den aktuellen Baumfällungen am Gelände des Otto-Wagner-Spitals auf sich hat.

Hier geht es um zwei getrennte Vorgänge: 
1. geschädigte Bäume

Zum einem mussten auf Anweisung der Forstbehörde in einem Waldgebiet des Otto Wagner Spitals etwa 100 Bäume (hauptsächlich Nadelgehölze) aufgrund eines extrem starken Borkenkäferbefalls gefällt werden. Die Verwaltungsdirektion des Spitals ist gesetzlich gezwungen, dies entsprechend umzusetzen. 

Es ist in diesem Waldgebiet geplant, nicht nachzupflanzen sondern auf den natürlichen Aufwuchs zu warten. Dies ist aus ökologischer Sicht absolut zu begrüßen, da hier die natürliche Rückkehr, der für einen Standort typischen Pflanzen, gefördert wird. 

Was wir hier am Steinhof und des Geländes des Otto Wagner Spitals sehen, ist nur ein kleiner Indikator einer größeren Entwicklung! 

Heute reißt die Baummortalität sogar mehr Lücken in die Wälder Wiens als auf dem Höhepunkt des "Waldsterbens" durch den Sauren Regen vor 30 Jahren. Dass dieses neue Baumsterben bisher trotzdem kaum aufgefallen ist, liegt an seinem schleichenden Fortschreiten: Betroffen sind nicht mehr ganze Bestände auf einmal, sondern einzelne Bäume, die im Wald verteilt stehen. 

Klimawandel statt saurer Regen

Die Ursachen für das anhaltende Baumsterben sind heute allerdings andere als noch vor 30 Jahren: Setzten damals vor allem Schadstoffe und saurer Regen den Wäldern zu, sind es heute vor allem die Folgen des Klimawandels. Zunehmende Trockenheit und steigende Temperaturen schwächen die Bäume und begünstigen einen Schädlingsbefall. Dazu kommen häufigere und stärker werdende Stürme, die Bäume entwurzeln und brechen. 

Den geneigten Kritikern, die meinen, dass der Borkenkäferbefall ein willkommener Vorwand ist, um Baum-Mord zu betreiben, empfehlen wir einen kurzen Ausflug ins Waldviertel zum Lokalaugenschein. Hier mussten großflächig erhebliche Bestände geschlägert werden, wie die Karte aus dem letzten Jahr​ illustriert.

2. Letzter Bauabschnitt 

Der zweite Vorgang findet im Wirtschaftsareal des Otto Wagner Areals statt. Hier werden etwa 60 Schwarzföhren in der Nähe des Kinderspielplatzes gefällt.

Diese Fällungen stehen im Zusammenhang mit dem zweiten und letzten Bauabschnittes, der im Rahmen des Mediationsverfahrens als Kompromiss vereinbart worden ist. Wie beim ersten Abschnitt werden hier Ersatzpflanzungen mit heimische Gehölzen getätigt.

Der geneigte Kritiker darf sich bei den oben genannten Parteien ÖVP, SPÖ und FPÖ bedanken, die uns diese Suppe eingebrockt haben.
Wer sich hier über mangelndes Umweltbewusstsein der GRÜNEN auslässt, negiert diese Historie.