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am 13. November

Grünraum oder Auto - Was passiert rund um die Elin-Gründe?

Kilian Stark - Die Neuentwicklung der Siemens-Elin-Gründe ist nicht nur eine große Veränderung für Penzing, sondern bietet auch viele Chancen für die kommenden Jahrzehnte. Wir wollen jetzt die Weichen für mehr Grünraum stellen.

Die Bezirkszeitung hat uns um eine Stellungnahme zur Neugestaltung in Altpenzing gebeten. Die FPÖ polemisiert offenbar von in Zukunft fehlenden Parkplätzen. Wir sehen vielmehr eine Gefahr von fehlendem Öffentlichen Raum und Grün. Woher die Zahl von angeblichen 200 Parkplätzen kommt bleibt im Dunkeln. Hier geht's zum Artikel der Bezirkszeitung.

Hier unsere Stellungnahme an die Bezirkszeitung:

Zusammenfassung

Wir sehen weder die platztechnische Möglichkeit (wo sollten diese Parkplätze entstehen?) noch den Bedarf für zusätzliche Parkplätze an der Oberfläche. Die PKW der zuziehenden BewohnerInnen werden in den Garagen Platz finden, auch für einige AnrainerInnen wird die neu entstehende Sammelgarage ein Angebot darstellen und Entlastung bringen.

Wir wollen die Straße vielmehr allen BewohnerInnen zurückgeben und durch Verkehrsberuhigung, Begrünung und mehr Platz für Aufenthalt im Freien und FußgeherInnen die Lebensqualität erhöhen. Die Forderung nach mehr Parkplätzen betrachten wir als populistischen Versuch ins Gespräch zu kommen. Wir haben uns intensiv mit dem Gebiet, dem kommenden Projekt und den Wünschen der Bevölkerung auseinandergesetzt und unsere Vorschläge mit der Bevölkerung diskutiert. Der Bezirk sollte jetzt rasch mit seinen Vorstellungen an die Wohnbevölkerung herantreten und unter deren Beteiligung die konkrete zukünftige Gestaltung Altpenzings planen.

Langfassung

Den Grünen Penzing ist schleierhaft woher die FPÖ Penzing diese Zahl her nimmt. Wie die BZ schon berichtete [1] hat in Wien mittlerweile nur noch jede und jeder Dritte ein Auto und der Anteil sinkt weiter. Gerade in mit öffentlichen Verkehrsmitteln so gut erschlossenen Gebieten wie Altpenzing (Ubahn, 2 Schnellbahnlinien, 3 Straßenbahnlinien, Bus durch das Gebiet und rund herum) ist ein geringerer Anteil an PKW und ein weiteres Sinken der PKW-Zulassungen zu erwarten. Gleichzeitig sind die Bauträger verpflichtet nach dem Wiener Garagengesetzt dem Bau entsprechend Stellplätze zu errichten, zusätzlich wurde in diesem Fall der Bauträger zur Errichtung von 30 zusätzlichen Garagenparkplätzen für AnrainerInnen von außerhalb des Projekts verpflichtet (Sammelgarage).

Wir sehen den Fall daher umgekehrt: durch den Zuzug von Menschen (und voraussichtlich vielen jungen Familien) in diese Wohngegend steigt der Bedarf an öffentlichem Raum: Grün- und Erholungsflächen, ausreichend breite Fußwege, auch im Sommer nutzbaren öffentlichen Raum, d.h. Begrünung und Beschattung durch Bäume, Ruhe- und Aufenthaltsgelegenheiten, Sitzbänke, Spielgelegenheiten für Kinder, sichere Straßenquerungen, Verkehrsberuhigung und vieles mehr. Das alles würde die Schaffung von 200 zusätzlichen Parkplätzen in den ohnehin engen Gassen von Alt Penzing verunmöglichen, denn wo sollte man diese unterbringen?

Das würde bedeuten: noch schmälere Gehsteige, keine Straßenbäume, verparkte Straßenkreuzungen, unübersichtliche und gefährliche Straßenquerungen durch Schrägparkordnungen, insbesondere für Kinder (durch die geringere Körpergröße und die schlechtere Einschätzung von Geschwindigkeiten stellen Schrägparker für Kinder eine besondere Gefahr dar), mehr Verkehr (Parkplätze ziehen Verkehr an), heißere Straßen. Wir glauben daher, dass die Umgestaltung Altpenzings zu einem großen Parkplatz weder zukunftsfähig (Klimawandel, städtische Hitzeinseln, ...) ist noch den Wünschen den Wohnbevölkerung entspricht. Diese hat sich in einem Beteiligungsverfahren [2] für eine Attraktivierung des öffentlichen Raums ausgesprochen. Durch das Siemens-Elin-Projekt ergeben sich daher viele Chancen für Altpenzing. Wir haben uns im Frühjahr intensiv mit Altpenzing beschäftigt und in einem Folder (siehe Anhang) unsere Vorschläge zusammengefasst. Über ein konstruktiven Diskurs unter Einbeziehung der Wohnbevölkerung würden wir uns freuen. Wir müssen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen.


Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. 

Kilian Stark
Klubobmann der Grünen Penzing


[1] https://www.meinbezirk.at/wien/c-lokales/nur-noch-jeder-dritte-wiener-hat-ein-auto_a1669085
[2]https://www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/vortraege/2015/kernbereich-penzing.html