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am 23. Juni

Mehr Kunst und Kultur in Penzing

Silke Baron - Mit der Sargfabrik gibt es im Bezirk bereits ein einzigartiges Projekt, das schlechthin der Fixstern künstlerischer Vielfalt im Bezirk ist - und das ist gut so.

Mehr dezentrale Kultur im Bezirk wäre vielen Kulturinteressierten jedoch durchaus willkommen, das Interesse ist hoch, wie man an erfolgreichen temporären Kulturprojekten, wie Theateraufführungen, Ausstellungen, Konzerten, Lesungen oder auch Grätzelfesten sieht.

Die Bezirkskultur soll durch Vielfalt glänzen, leider werden progressive Konzepte jedoch oft von den anderen Parteien abgelehnt oder sie erreichen keine Mehrheit in der Kulturkommission. Das ist schade und lässt den Bezirk ziemlich alt und konservativ aussehen, da sich so viele kleine aber feine kulturelle Initiativen entweder gar nicht verwirklichen lassen, oder sich nicht in dem Umfang realisieren lassen, in dem sie geplant wurden. Die (vom Bezirk geförderte) Penzinger Kultur besteht nach wie vor zu einem großen Teil aus Kirchenmusik, seichtem Kabarett oder sonstiger gefälliger und beliebiger Unterhaltung womit der Kunstbegriff ad absurdum geführt wird. Apropos absurd: es bleibt noch zu erwähnen, dass die Weihnachtsbeleuchtung von Einkaufsstraßen jährlich hoch subventioniert wird - und das kurioserweise aus den Mitteln des Kulturbudgets. Willkommen im vorigen Jahrhundert...​

​In vielen Wiener Bezirken bieten leer stehende Geschäftslokale durch unverbindliche Bittleihen (Prekarium)​ ​Raum für Kulturschaffende in Form von Ateliers, Ausstellungsräumen oder temporären Theatern. In Penzing geschieht dies nur schleppend und recht selten, ganze Straßenzüge - wie zum Beispiel am Beginn der Linzer Straße - sehen unattraktiv aus, was auch das Wohlbefinden der Bewohner_innen trübt. Es mag viele Gründe für die Nichtnutzung dieser Gassenlokale geben, aber einer ist wohl auch der Widerstand an der Förderung von Neuem - von der Abneigung gegen Zeitgenössisches, Modernes, Dinge abseits des Mainstream und des Bequemen und Etablierten. Wir brauchen eine kulturelle Verjüngungskur in unserem Bezirk!

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