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am 21. November 2018

...und jährlich grüßt die Weihnachtsbeleuchtung

Silke Baron - Besonders vor und in der Weihnachtszeit zieren immer kitschigere Leuchtgebilde Häuser und Gärten und führen gelegentlich sogar zu Konflikten in der Nachbarschaft. Aber auch bei Wohlwollen gegenüber Nachbars hell erleuchteten Rentiergarten mit fassadenkletterndem Weihnachtsmann im hektisch blinkenden Sternendelirium sollte man den Einfluss übertriebener Beleuchtung für die Umwelt nicht vergessen.

Lichtverschmutzung schadet Mensch und Tier

Die zunehmende Außenbeleuchtung auf Straßen, an Gebäuden und Bergstationen sowie die scheinbar unbegrenzte Verfügbarkeit von Licht verändern nicht nur den Tag-Nacht-Rhythmus der Menschen, sondern haben auch Einfluss auf die Lebensbedingungen vieler Tier- und Pflanzenarten.

Das hat Auswirkungen auf ihre Orientierung, ihre Kommunikation, ihr Fortpflanzungsverhalten, ihr Fressverhalten und ihr Schlafverhalten.


  • Zugvögel werden vom hellen Lichtschein angezogen und prallen gegen hohe beleuchtete Gebäude.
  • Schildkrötenschlüpflinge finden den Weg ins Meer aufgrund der Beleuchtung von Strandpromenaden und Hotels nicht mehr.
  • Insekten verglühen zu Tausenden beim Anfliegen an Straßenlaternen und ähnlichen Beleuchtungskörpern.
  • Sogar das Vorkommen von verschiedenen Pflanzenarten ändert sich in Richtung lichttoleranter Arten. 
  • Die Beobachtung des Sternenhimmels und der Milchstraße ist nur mehr in abgelegenen Gegenden möglich.
  • Der Energieverbrauch durch übermäßige Beleuchtung ist enorm.

Lichterketten, leuchtende Schneemänner, Funkelsterne & Co verbrauchen in den wenigen Wochen um Weihnachten so viel Strom wie mehr als 10.000 österreichische Haushalte in einem ganzen Jahr. Abgesehen davon können so manche “Auswüchse” einem/r auch einmal ein Schmunzeln oder Kopfschütteln entlocken, siehe Foto, das ich letztes Jahr in Penzing aufgenommen habe.

private Weihnachtsbeleuchtung
...und jährlich grüßt die Weihnachtsbeleuchtung

Die Weihnachtsbeleuchtung sollte jedenfalls aus den angeführten Gründen auf den Zeitraum zwischen 15. November und 15. Jänner des jeweiligen folgenden Kalenderjahres begrenzt werden. Ein Betrieb während der Nachtstunden (22:00 Uhr bis 6:00 Uhr) unter Bedachtnahme auf Betriebszeiten und Fremdenverkehr sollte vermieden werden.

Die Norm in Österreich zur Vermeidung von Lichtverschmutzung ist die ÖNORM O 1052 „Lichtimmissionen – Messung und Beurteilung“. Grenzwerte und Wege werden aufgezeigt, um zweckdienliches Licht zu erzeugen und störende Lichteinwirkungen auf den menschlichen Lebensraum und die Umwelt zu vermeiden.

Der „Österreichische Leitfaden Außenbeleuchtung – Licht, das mehr nützt als stört​“ ist eine bundesländerübergreifende Hilfestellung für die Planung einer umweltfreundlichen Außenbeleuchtung. Der Inhalt und die Veröffentlichung des Leitfadens wurden von den LandesumweltreferentInnen aller Bundesländer beschlossen.

In diesem Sinne wünsche ich eine besinnliche und ruhige Vorweihnachtszeit, ganz frei von Stress, Konsum- und gar Sonnenbrillenzwang ;-)​