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am 30. März

Es summt wieder in Penzing

Marita Gasteiger - Mit den ersten Sonnenstrahlen erwachen auch zahlreiche Insekten aus der Winterruhe. Für das Ökosystem unerlässlich fällt es ihnen aber nicht immer leicht, in dichter verbautem Gebiet oder in monokulturell betriebenen Gegenden Nahrung zu finden. Wer kann das ändern?

Ökologische Kreisläufe mit menschlichen Eingriffen

Österreich weist mit 700 bekannten Arten die höchste Artenvielfalt an Wildbienen in Zentraleuropa auf. Die Bienen sind – wie auch zahlreiche andere Insekten – unersetzlich für die Bestäubung und Fortpflanzung der lokalen Pflanzenwelt. Auf ihren Reisen von Blüte zu Blüte nehmen sie die Pollen auf und tragen sie weiter. So entsteht nicht nur eine vielfältige Blütenpracht – es ist dies auch die Grundlage, wie pflanzliche Lebensmittel entstehen können. Doch wie andere Arten bleiben auch Bienen und andere Insekten nicht unberührt von den menschlichen Eingriffen in ihren Lebensraum: Bodenversiegelung, monokulturell betriebene Landwirtschaft, Übersäuerung der Böden – das alles macht die Nahrungssuche für die kleinen Tierchen schwieriger.

Wer die Möglichkeit hat, Außenflächen zu bepflanzen, kann damit nicht nur den eigenen Lebensraum verschönern, sondern auch ein reichhaltiges Buffet für den ökologischen Kreislauf schaffen. Das gilt nicht nur für Balkon oder Garten, sondern vor allem auch für Baumscheiben. Wir haben recherchiert, welche Pflanzen sich dafür eignen – und nebenbei auch noch eine Bereicherung für die eigene Küche darstellen.


Es ist angerichtet – das Schlemmerbuffet für Insekten

Rosmarin – bekannt, beliebt und als Frühblüter ideal für die frische Frühlingszeit. Es gibt ihn in verschiedenen Farben, mit blauen, violetten, lila oder auch weißen Blüten. Milde Winter übersteht er gut, die Nadeln lassen sich ganzjährig ernten und verarbeiten. Ansonsten liebt das Gewächs die Sonne.

Der Thymian blüht zwar etwas später, ist aber im Kräutergarten aufgrund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in Küche und Kosmetik unverzichtbar. Die ätherischen Öle des rosa bis lila blühenden Krauts locken vor allem Wildbienen an.

Auch im Halbschatten gedeiht Koriander: Er blüht weiß und kann ab April gesät werden. Und er wächst schnell: Schon 4-6 Wochen nach der Aussaat ist er zur Ernte bereit. Er bevorzugt lockeren, durchlässigen Boden.

Wiesensalbei eignet sich auch für die Topfkultur auf dem Balkon: Auch dieses Kraut ist bekannt durch seine heilsame Wirkung gegen Entzündungen, Fieber und Husten. Es bevorzugt Sonne und lockt mit seinen aromatisch duftenden Blättern nicht nur Insekten sondern auch Menschen an.

Auch für die Zitronenmelisse reicht der Halbschatten: Sie blüht zwischen Juni und August weiß und bringt angenehmes Zitrus-Aroma mit in die Küche. Aus ihren Blättern lässt sich nicht nur Tee sondern auch Sirup herstellen. Allerdings braucht die Pflanze relativ viel Platz – und bevorzugt sandig-lehmigen Boden.


Samen kaufen

Ganz abseits von diesen Kräutern gibt es natürlich noch viele mehr, die Insekten anlocken und ernähren. Manche Bio-Anbieter haben sogar eigene Samen-Sets an Wildblumen zusammengestellt, die auch unerfahrenen Gärtner*innen helfen. Eine Übersicht dazu hat die Umweltberatung zusammengestellt – schau doch mal hier rein: Bezugsquellen von Bio-Saatgut und -Jungpflanzen (umweltberatung.at​)​

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