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am 4. Oktober 2020

50er-Piktogramme auf der Mauerbachstraße statt 30 km/h-Beschränkung

Silke Baron - In der Mauerbachstraße hat sich etwas getan: 50er Piktogramme entlang der Baumschule strahlen in reflektierend weißer Farbe am Asphalt. Ob das sinnvoll ist, fragte sich ein Anrainer. Hier sein persönlicher Bericht:

Im Bus fragte ich mich ob das (Anm. die Piktogramme) sinnvoll sei, was direkt mit „NEIN“ beantwortet wurde, als wir von einem PKW mit ca. 80-90 km/h überholt wurden. Man stellt ja auf einem Eislaufplatz auch kein „Achtung Rutschgefahr“ Schild auf. Die Raser, die täglich durch die Mauerbachstraße drängen wissen sehr wohl, dass es sich um ein Ortsgebiet (50km/h) handelt.

Wie schon öfters von mir beschrieben gibt es auf der Mauerbachstraße eine hohe Diversität an Verkehrsteilnehmern die sich vor allem durch ihre Geschwindigkeitsprofile unterscheiden und auf engstem Raum, ohne Ausweichmöglichkeiten (z.B. Bankett), zusammentreffen.

Keine Ausweichmöglichkeit

Gestern (Anmerkung 30.09.20) kam es leider wieder zu einem Unfall, bei dem ein junges Mädchen von einem PKW angefahren und verletzt wurde. Innerhalb kürzester Zeit war die Mauerbachstraße in beiden Richtungen dicht. Weil einige dem Stau entweichen wollten und umdrehten, hatte die Rettung auf der Gegenfahrbahn Probleme den Unfallort zu erreichen. Die Autos versuchten verzweifelt Platz zu machen, was wegen der Straßengräben fast unmöglich war. Das Vorderrad eines PKW befand sich schon im Graben, die Achse schliff über eine Überfahrt, nur damit das Einsatzfahrzeug irgendwie vorbeikommt. Sollte es einmal wirklich auf Sekunden ankommen, sehe ich hier keine Chance für das Opfer.

Die Straße ist in dieser Ausbaustufe einfach überlastet. In einigen Teilbereichen zweifle ich auch die befahrbare Mindestfahrbahnbreite von 6,5m an, die für Busverkehr in beide Richtungen und bei 50 km/h notwendig wäre. Das hohe Verkehrsaufkommen liegt meiner Ansicht nach nicht nur am Anrainerverkehr der angrenzenden Gemeinden, sondern viel mehr an der Verwendung als Schleichweg um die B1 (Purkersdorf - Riederberg) zu umfahren. Diese wäre zwar besser ausgebaut, ist aber in den letzten Jahren wegen der Vielzahl an Ampeln unattraktiver für den Durchzugsverkehr geworden.

Sicherheit für Kinder und zu Fuß gehende

Daher bestehe ich weiterhin auf eine Verkehrsberuhigung zumindest im Siedlungsbereich der Mauerbachstraße, da es gerade hier immer häufiger zu Unfällen kommt. Viele Familien und Kinder gehen auf den schmalen Trampelwegen spazieren, laufen, fahren Rad oder Roller, queren die Straße zum Tennisklub, zur Sommerrodelbahn, zu den Mountainbike-Strecken oder auf die Wanderwege. Die Verkehrsberuhigung würde den Schleichweg unattraktiver gestalten, somit das Verkehrsaufkommen reduzieren, und die Straße sicherer machen. Vielleicht überlegen sich dann auch einige die S50 zu nehmen, die seit letztem Jahr im 15-Minuten-Takt fährt.

Da trotz meiner Schilderungen, der Häufung an Unfällen sowie der polizeilich nachgewiesenen Raserei noch immer nichts außer "Straßenmalerei" unternommen wurde, frage ich mich schon, ob eine bestimmte Todesquote erfüllt sein muss, damit die Politik endlich aufwacht. Ich hoffe dem jungen Mädchen geht es gut und es hat die Zuständigen wachgerüttelt. So etwas kann und wird sonst eines Tages viel schlimmer ausgehen.​

Deshalb unterstreichen wir unsere Forderung nach einer 30 km/h-Beschränkung
auf der Mauerbachstraße sowie einen getrennten Rad- und Fußweg.
Siehe auch hier:
https://penzing.gruene.at/themen/mobilitaet/keine-alternative-zum-auto-hoechste-zeit-fuer-den-mauerbach-fuss-und-radweg​​