Bezirke
X Schliessen

Navigation:
am 27. April

Fokus Spallartgasse neu: Grüne Brücke oder freie Fahrt?

Elias Oppenrieder, Kilian Stark - Die Spallartgasse wird zwischen Leyserstraße und Kendlerstraße neugestaltet. Eine Chance, den Fokus auf Klimasensibilität zu legen, um der Zukunftstauglichkeit Vorrang zu geben: das bedeutete viel begrünter Freiraum für die Menschen, verbundene Parks, keine Durchfahrt für KFZ. Die bisherigen Pläne der Bezirksvorsteherin sehen leider nur eine Minimalvariante vor.

Ja, alle Parteien wollen eh mehr Bäume, und Radfahren finden sie eh auch gut. Prinzipiell. Bei konkreten Projekten fehlt es dann aber an den notwendigen Schritten, um wirklich mehr Grün, maximale Verkehrssicherheit und eine umweltverträglichere Mobilität zu erreichen. Das zeigt das Beispiel der Planungen für die Neugestaltung der Spallartgasse.

Neuplanungen von Stadtgebieten bieten eine große Chance für Veränderungen im Bereich Mobilität und Klimaschutz an einem ganz konkreten Beispiel. Autostellplätze können in Anzahl und Positionierung neu gedacht, neue Bäume gepflanzt und der Verkehr beruhigt werden. All das tut nicht nur dem Klima vor Ort gut, sondern führt auch dazu, dass sich Menschen lieber in dem umgestalteten Gebiet aufhalten.​

In der Spallartgasse gibt es aktuell die Chance, diese Veränderungen umzusetzen. Denn durch den Neubau am Areal der Theodor-Körner-Kaserne wird die Straße neugestaltet. Aus dem dazu durchgeführten städtebaulichen Wettbewerb ging auch ein vielversprechender Entwurf als Sieger hervor, der beinhaltet: eine grüne, autofreie Verbindung der Parks. Entsiegelung, weniger Beton und Asphalt. Verkehrsberuhigung nicht nur für die neuen Bewohner*innen, sondern auch für die Anrainer*innen im Grätzel zwischen Breitenseer und Hütteldorfer Straße. Leider ist von den Ideen in den aktuellen Planungen nicht mehr viel übrig.

Unverbundene Parks und zu wenig Platz für Bäume

​​Dass das neu erschlossene Areal parkähnlich angelegt und öffentlich durchwegt wird – festgelegt durch den von uns durchgesetzten städtebaulichen Vertrag – ist zwar positiv. Dieser neue Park und der „alte“ Ordeltpark werden aber nicht – wie vom Siegerentwurf vorgesehen – in einer Art „grünen Brücke“ miteinander verbunden, sodass Fußgänger*innen gefahrlos von einem Park zum nächsten spazieren oder Kinder mit dem Scooter auf den Spielplatz flitzen könnten, ohne auf durchfahrende Autos achten zu müssen. Ebenfalls wurde die Chance vertan, dass die Kinder der Volks- und Mittelschule die Spallartgasse direkt möglichst gefahrlos queren können. Ja, es sind einige Baumpflanzungen vorgesehen, doch vielen jungen Bäumen wird nur der minimal nötige Platz gegeben, anstatt dass so viel Asphalt wie möglich aufgerissen wird, damit großzügige Grünflächen entstehen können. Wenn wir in vielen Jahren wirklich große, schattenspendende Bäumen wollen, dann brauchen sie mehr Platz.

Keine Verkehrsberuhigung und zu viel Platz für parkende Autos​

Statt die einmalige Chance zu nutzen und für eine Verkehrsberuhigung der Spallartgasse zu sorgen, können nach den gegenwärtigen Planungen Autos weiterhin problemlos durch die Straße fahren – womöglich mit überhöhten Geschwindigkeiten, so wie es auch jetzt viel zu oft der Fall ist, trotz 30er-Zone. Für diejenigen KFZ, die von der Leyserstraße in die Spallartgasse einbiegen, gibt es dabei nicht nur weiterhin eine eigene Linksabbiegerspur, die mehr Verkehr in die Spallartgasse leitet, sondern auch einen extraweiten Kurvenradius. Wozu? Um mit höheren Geschwindigkeiten „die Kurve kratzen“ zu können oder um es dem Schwerverkehr leichter zu machen, ins Wohngebiet zu biegen? Umgekehrt befinden sich die Fahrzeuge, die aus der Spallartgasse herausfahren wollen, gleich auf dem Hauptradweg, stehen also dem Radverkehr im Weg und gefährden zudem dort die Schüler*innen. Das ermuntert nicht unbedingt zum Radfahren und ist zudem gefährlich.
Und für den ruhenden Verkehr (was Autos ja die allermeiste Zeit des Tages tun), sind Senkrecht- und Schrägparkplätze vorgesehen. Das nimmt nicht nur unnötig viel Platz weg, sondern bedeutet auch, dass Kinderwägen und Rollstuhlfahrer*innen an dieser Stelle nur noch mit Mühe die Straße queren können. Für unmotorisierte Verkehrsteilnehmer*innen sind Schräg- und Senkrechtparkplätze ohnehin ein No-Go, weil sie etwa beim Ausparken oder wenn Kinder die Straße queren wollen eine massive Gefahr darstellen.​

Unsere Forderungen

Für uns ist klar, dass es einige Änderungen an diesem Plan braucht. Wir wollen eine tatsächliche Verkehrsberuhigung und eine klimasensible Umgestaltung in der neuen Spallartgasse.
Das heißt: keine Durchfahrt für KFZ. Dann wird der Bereich auch für Fußgänger*innen sicherer und ungefährlicher – egal, ob Kinder, Rollis oder Eltern mit Kinderwagen.

Damit wirklich alle die Straße gut und problemlos queren können, wollen wir Ladezonen in Längsparksordnung (also parallel zur Fahrtrichtung) statt Parkplätze. Lieferant*innen und Fahrtendienste wird es freuen, ohne Parkplatzsuche und Stehen in zweiter Spur ihren Job zu erledigen. Autos sollen in den dafür vorgesehenen großzügig geplanten Garagen parken und nicht im öffentlichen Raum.

Eine echte Parkverbindung muss auf einer Ebene, also niveaugleich, und möglichst grün sein. Dies gilt für den östlichen Teil des neuen Straßenabschnitts von Zenner- bis Kendlerstraße.

Damit es auch wirklich mehr Grün in der Spallartgasse gibt, braucht es nicht nur mehr Bäume, sondern auch größere Grünflächen für diese Bäume, damit sie ordentlich wachsen können.
Wo es nur geht, müssen Flächen bei der Umgestaltung entsiegelt werden. Das verhindert übermäßige Hitze. Und dort, wo es tatsächlich nötig ist, sollte die Fläche wenigstens nicht asphaltiert, sondern versickerungsfähig gepflastert werden, damit die Bäume und Grünflächen auch mit wertvollem Regenwasser versorgt werden.

Wir fordern, dass die Neugestaltung der Spallartgasse für mehr Grün, mehr Sicherheit und mehr Aufenthaltsqualität in Penzing sorgt! Die bestehende Planung ist nicht fit für die Klimakrise des 21. Jahrhunderts.​